Bericht der Gruppe Brücken
Gemeinsam Brücken bauen!
Nach zweieinhalb Jahren Arbeit ist am Kinderrechtstag das Projekt „Gemeinsam Brücken bauen!“ zu Ende gegangen. Im Schlussbericht zu Handen des
Fonds Projekte gegen Rassismus und für Menschenrechte sind unter anderem folgende Eckdaten aufgeführt:
- 200 Personen waren aktiv beteiligt, d.h. als OK-Mitglieder, Workshopteilnehmende u.ä.
- Rund 2000 Personen waren bei Anlässen anwesend.
- Es wurde mit 35 Schulklassen gearbeitet.
- Die Budgetsumme betrug rund 87'000 Franken.
- Davon waren rund 16'000 Franken Naturalleistungen.
- Es erschienen 20 grössere Zeitungsberichte.
Diese Zahlen sagen nichts über die Qualität des Projekts aus. Hierfür Indikatoren zu finden ist um ein vielfaches schwieriger. Einen Anhaltspunkt
geben die Auswertungen innerhalb der Projektgruppen sowie der Videofilm von Felix Schmitz, der auch den Entwicklungsprozess innerhalb der Projektgruppen zeigt: Die
eigene Sensibilität für die Themen Rassismus, Menschenrechte und Gewalt ist bei vielen Mitwirkenden gestiegen - eine unabdingbare Voraussetzung um sich
gemeinsam mit anderen Menschen über diese Themen auseinanderzusetzen. Ein anderer Hinweis ist die Nachhaltigkeit. Sämtliche Materialien wurden zu einer
Unterrichtshilfe verarbeitet. Nun sollen die Schulen der Region davon überzeugt werden dieses „Modul" fest in den Unterricht zu integrieren. Und
nicht zuletzt sagt die Einschätzung etwas aus, ob die Teilnehmenden das Gefühl hatten mitbestimmen zu können. Die Rückmeldebogen zeigen, dass
die eigenen Mitwirkungsmöglichkeiten von Jugendlichen wie Erwachsenen als sehr gut bis gut erlebt wurden. „Gemeinsam Brücken bauen!“ bot
also Raum für eigene Ideen und eigenes Potenzial.
Weitere Projekte
Zusammen mit Kindern, jungen Erwachsenen und Kulturschaffenden organisierte die Gruppe Brücken im Rahmen der INTERfolk-Veranstaltung im Mystery Park
eine Ausstellung zu den Themen Schweiz, Heimat und Folklore. Als bleibendes Produkt entstand eine Postkartenserie.
Die Projektidee Midnight Basket wurde vorerst aus Ressourcengründen auf Eis gelegt.
Prozess
Im März fand der Prozess im Mordfall von Allmen statt. Die Gruppe Brücken bereitete sich bewusst darauf vor, bestimmte eine Kontaktperson und
verfasste ein Pressecommuniqué, das auf Anfrage abgegeben wurde. Die zahlreichen Kontakte mit Medienschaffenden wurden erfasst. Die gemeinsame Haltung
erleichterte den Umgang mit der schwierigen Situation und sorgte aus Sicht der Gruppe Brücken für einen reibungslosen Ablauf.
Interventionen und Knowhow-Transfer
Die Gruppe Brücken erhielt diverse Anfragen für Auskünfte rund um Gewalt, Rassismus und Menschenrechte. Unter anderem entstanden daraus zwei
Aussprachen im Konfliktbereich. Mehrmals konnte zudem ein Kontakt zwischen Gewaltopfern und Polizei vermittelt werden. Die Gruppe wird vermehrt als Anlauf- und
Anfragestelle genutzt; insbesondere von Erwachsenen. Die Akzeptanz und der Bekanntheitsgrad sind bei den betroffenen Personen gross.
Strukturen
Die Gruppe Brücken konnte auch im Jahr 04 auf eine breite Abstützung zählen. Der Brückenkopf setzte sich aus Vertretungen von Gemeinden
(Interlaken und Unterseen), Vereinen und Jugendarbeit zusammen; im Brückenpfeiler waren Gemeinden (Interlaken, Matten, Unterseen, Wilderswil), Schulen, Kirchen,
Sportvereine, Elternorganisationen, Polizei, Jugendarbeit und Jugendparlament regelmässig vertreten. Ihnen allen ein herzliches Merci für das Engagement!
Im Rahmen des Ermächtigungsgesuchs der JAB (siehe Seite) wurde die Schaffung einer bezahlten Koordinationsstelle für die Gruppe Brücken
beantragt. Die Gruppe hat beschlossen die Antwort des Kantons abzuwarten und erst dann über Details rund um die Koordinationsstelle zu diskutieren (Auftrag,
Stellenbeschrieb, Abläufe etc.). Gleichzeitig soll die Umsetzung der im Jahr 03 mit Organisationsentwickler U. Geisler erarbeiteten Strukturen angegangen
werden. Es hat sich im 04 gezeigt, dass für eine nachhaltige und Ressourcen schonende Arbeit gewisse Strukturen nötig sind; es sollte Klarheit über
Aufbau und Abläufe herrschen . Ansonsten werden die Grenzen der Ehrenamtlichkeit immer wieder erreicht, was die Umsetzung guter Ideen und Projekte scheitern
oder vertagen lässt.
Sabina Stör, Koordinatorin Gruppe Brücken
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